End-of-Summer Sadness – Wenn der Sommer geht und die Stimmung kippt
Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer, der Himmel grauer – und plötzlich legt sich eine unerwartete Melancholie über den Alltag. Die sogenannte End-of-Summer Sadness beschreibt genau diese Stimmung, die viele Menschen im Übergang vom Sommer zum Herbst spüren und sie kann auch Einfluss auf Motivation und Energie nehmen.
Ein Gefühl mit Tiefe – und völlig natürlich
Es handelt sich hierbei um eine normale Reaktion auf einen Rhythmuswechsel. Der Sommer steht für Leichtigkeit, Freiheit und Aktivität, genau das, was auch manche Menschen mit beruflicher Selbstverwirklichung verbinden. Wenn diese Zeit endet, können einige dies mit einer gewissen Antriebslosigkeit erleben.
Gerade für Bewerberinnen und Bewerber oder Menschen in beruflichen Umbruchphasen kann sich dieser emotionale „Wetterumschwung“ besonders bemerkbar machen: Vielleicht fällt es schwerer, motiviert nach Stellen zu suchen, Bewerbungen zu schreiben oder Vorstellungsgespräche mit Zuversicht zu führen.
Was passiert da eigentlich in uns?
Die Ursachen sind sowohl neurobiologisch als auch psychologisch begründet:
- Weniger Tageslicht verändert den Hormonhaushalt – insbesondere die Produktion von Serotonin und Melatonin, die unsere Stimmung und unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuern.
- Psychologisch bedeutet das Ende des Sommers auch den Abschied von einer Zeit, die wir häufig mit Aufbruch, Selbstbestimmung und sozialer Lebendigkeit verbinden.
Diese Veränderungen können sich spürbar auswirken.
Was Sie konkret tun können – 5 Tipps für Stabilität im Wandel
1. Sorgen Sie für Licht
Gehen Sie morgens direkt ans Tageslicht – idealerweise für 20–30 Minuten. Alternativ kann eine geprüfte Lichttherapie-Lampe (10.000 Lux, UV-arm) helfen zu stabilisieren.
2. Schaffen Sie Struktur
Gerade in Bewerbungsphasen ist Eigenstruktur entscheidend. Feste Aufsteh- und Zubettgehzeiten sowie regelmäßige Tagesabläufe geben Halt – auch bei Motivationsschwankungen.
3. Bleiben Sie aktiv – auch ohne akute Lust
Drei Dinge wirken nachweislich stimmungsstabilisierend: Bewegung wie z. B. Spazierengehen oder leichtes Jogging, Kontakt zur Natur und soziale Interaktion.
4. Arbeiten Sie mit Ihren Gedanken
Kleine kognitive Techniken wie Reframing helfen: Ändern Sie Ihre Perspektive bewusst. Statt „Jetzt wird wieder alles dunkel“ könnte ein neuer Satz lauten:
„Ich nutze den Herbst, um fokussiert an meiner beruflichen Zukunft zu arbeiten.“
5. Üben Sie Achtsamkeit
Das bewusste Wahrnehmen von Sinneseindrücken kann helfen, sich zu erden. Was sehen Sie? Was fühlen Sie in diesem Moment? Wie ist ihr Atem? Oder zählen Sie z.B. 5 Dinge auf die Sie im Raum sehen und die blau sind – geben Sie dem Moment Raum – statt im mentalen Grübeln zu verharren.
Beruflicher Wandel und jahreszeitlicher Abschied – das darf sich auch schwer anfühlen
Wenn Sie aktuell auf Jobsuche sind oder sich in einer beruflichen Neuorientierung befinden, wirkt der Sommer oft wie ein Symbol für Möglichkeiten und Neuanfänge. Dass sein Ende eine gewisse Wehmut auslöst, ist verständlich. Kleine, stabilisierenden Ritualen können Sie hier begleiten.
Und wenn es zu viel wird?
Wenn die melancholische Stimmung länger anhält, sich auf Ihren Alltag oder Ihre Lebensfreude auswirkt, zögern Sie bitte nicht, sich professionelle Unterstützung zu holen. Hausärzt:innen oder psychologische Beratungsstellen können helfen, passende Wege aufzuzeigen.
Fazit: Der Wandel birgt auch neue Kraft
Das Ende des Sommers kann traurig stimmen, aber es muss kein Rückschritt sein. Vielleicht ist es sogar die perfekte Gelegenheit, um innezuhalten, neue berufliche Perspektiven zu entwickeln und Ihren inneren Kompass neu auszurichten.
