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Gehaltstransparenz im Bewerbungsprozess: Warum klare Angaben für Bewerber entscheidend sind

 

Die Zeiten, in denen Gehälter ein gut gehütetes Geheimnis waren, gehen zu Ende und das ist eine längst überfällige Entwicklung.

Viele Bewerberinnen und Bewerber kennen folgende Situation: 
Im Vorstellungsgespräch verläuft alles positiv, bis die Frage nach den Gehaltsvorstellungen gestellt wird.

 

 

„Was möchten Sie verdienen?“

In diesem Moment entsteht häufig Unsicherheit.
Nicht selten wird ein Gehalt genannt, das unter dem tatsächlichen Budget der Position liegt.

Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Bewerber nennt 3.000 €.
Das Unternehmen hätte jedoch bis zu 3.500 € eingeplant.

Die Differenz bleibt – meist unbemerkt – bestehen.

Ein strukturelles Ungleichgewicht

Bewerberinnen und Bewerber orientieren sich häufig an ihrer aktuellen Situation:

  • bei längerer Arbeitssuche sinkt die eigene Verhandlungssicherheit
  • Unsicherheit führt zu vorsichtigen Gehaltsangaben
  • der Wunsch nach einer Zusage überwiegt oft die strategische Positionierung

Die Folge: Qualifikation und Marktwert werden nicht vollständig abgebildet.

Gleichzeit zeigt sich eine zweite Realität 

Im Bewebungsprozess kann es zu erhöhten Gehaltsforderungen kommen, die außerhalb des tatsächlichen Budgetrahmens der Position liegt, da Bewerberinnen und Bewerber diesen oft nicht einschätzen können. 

Die Konsequenz:
Der Bewerbungsprozess endet frühzeitig , obwohl Qualifikation und Position grundsätzlich gut zusammengepasst hätten.

Die EU-Richtlinie als notwendiger Schritt

Mit der EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz (EntgTranspG) wird diesem Ungleichgewicht entgegengewirkt. Bis spätestens zum 07. Juni 2026 sind Unternehmen verpflichtet, Gehaltsspannen bereits in Stellenanzeigen offenzulegen.

Transparenz schafft auf beiden Seiten Klarheit:

  • Bewerber können sich realistisch einordnen
  • Unternehmen führen zielgerichtetere Gespräche

Ein Perspektivwechsel im Bewerbungsprozess

Die zentrale Frage verändert sich:

Nicht mehr:
„Was darf ich verlangen?“

Sondern:

„Entspricht das angebotene Gehalt meiner Qualifikation und meinem Marktwert?“

Das Entgelttranzparenzgesetz erspart beiden Seiten Mehrarbeit.

Unsere Haltung bei rubicon personalmanagement

Transparenz ist für uns kein neuer Standard, sondern gelebte Praxis.
Seit 2014 geben wir in unseren Stellenanzeigen konsequent Gehaltsspannen an.

Unsere Erfahrung zeigt:

  • Bewerbungen sind passgenauer
  • Gespräche verlaufen zielgerichteter
  • Erwartungen sind auf beiden Seiten klarer

Vor allem aber entsteht Vertrauen, bereits vor dem ersten persönlichen Kontakt.

Fazit

Die Einführung verpflichtender Gehaltstransparenz ist kein bürokratischer Mehraufwand, sondern ein wichtiger Schritt hin zu mehr Fairness im Arbeitsmarkt.

Die Zukunft des Recruitings ist transparent, nachvollziehbar und fair!